Brandschutzwoche 2009 in Schlicht
Dramatisch war die Situation, die den Feuerwehren der Stadt Vilseck zum Einsatz gemeldet wurde: in der Werkstatt der ehemaligen Brauerei
Kummert sei ein Feuer ausgebrochen, in der darüber liegenden Wohnung würden noch Personen vermutet. Grund genug für die Alarmierung aller
sieben städtischen Wehren, die sämtliche Atemschutzgeräteträger für diese Großübung im Rahmen der Feuerwehr Aktionswoche aufboten.
Vor Ort galt es, die weitläufigen Gebäude nach möglichen Verletzten zu durchsuchen, vor dem Übergriff der Flammen zu retten und den Brand
unter Kontrolle zu bringen. Mehrere Probleme galt es zu beachten. Einerseits die schwierige Anfahrtssituation für großes Gerät, zum zweiten
den notwendigen zusätzlichen Wasseraufbau von der Vils bis zum Brandort als Ergänzung zu den vorhandenen Wasserentnahmestellen auf dem
Gelände direkt. Des Weiteren hieß es, das Nachbargebäude des Lebenszentrums vor einem Überspringen der Flammen zu bewahren und die
Unwägbarkeiten des alten Brauereigebäudes zu berücksichtigen.
So wurde die Rettung dadurch erschwert, dass die Decke der Werkstatt nicht aus Beton, sondern aus einer früher üblichen Holzkonstruktion
bestand, die durch die Brandeinwirkung Rauch und letztlich Feuer in das Obergeschoss übergreifen ließ. Trotz aller Widrigkeiten konnten die
sechs Vermissten erfolgreich dem BRK zur Betreuung übergeben werden.
Bei der Abschlussbesprechung kommentierten die anwesenden Beobachter, Kreisbrandrat (KBR) Franz Iberer, Kreisbrandinspektor (KBI) Fredi Weiß
und die Kreisbrandmeister (KBM) Karl Luber und Peter Messmann den Übungseinsatz. Sie wiesen auf die unbedingt notwendige Beachtung der
neuralgischen Punkte des Brandobjektes hin. So müssten unbedingt die Decken vor Betreten des oberen Stockwerks kontrolliert werden, um die
Helfer nicht etwa auf morschen Dielen in Gefahr zu bringen. Es sei wichtig, Reservetrupps für die Atemschutzträger vorzuhalten. Um eine
zügige Zufahrt zu gewährleisten müsse gegebenenfalls die enge Straße im Einsatzfall als Einbahnstraße genutzt werden. Als hilfreich habe
sich die Kennzeichnung von Schlauchstrecken erwiesen, um bei Problemen bei der Wasserversorgung schnell die konkrete Entnahmestelle
lokalisieren und ersetzen zu können.
Bei einem Brand dieser Größenordnung (Stufe 3) sei im Ernstfall die Unterstützungsgruppe Örtlicher Einsatzleiter (UG ÖEL) vor Ort, diese
würde bei Bedarf weitere Unterstützung anfordern.
Dass sich die Einsatzübung als Beweis für die Schlagkraft der Wehren gezeigt habe konstatierte 1. Bürgermeister Hans-Martin Schertl. Er
zeigte sich von der erbrachten Leistung beeindruckt. Seitens der ausrichtenden Schlichter Feuerwehr dankte 1. Kommandant Werner Prechtl
den ausgerückten Kameraden und dem „Brandleider“ Franz Kohl, der als Eigentümer des Gebäudes die Örtlichkeit zur Verfügung gestellt hatte.
(An der Übung nahmen die Feuerwehren aus Schlicht, Sorghof, Vilseck, Schönlind, Sigl, Gressenwöhr und Ebersbach teil!)
Bericht von Andrea List
| |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Quelle der Bilder: Andrea List |